Diese Geschichte beginnt wie alle Märchen:
Vor vielen, vielen Jahren hatte der Schnee noch keine Farbe.
Darüber war er sehr unglücklich und so machte er sich auf, eine Farbe zu suchen.
Alsbald kam er auf eine Wiese und bat das Gras um seine grüne Farbe.

Doch das Gras, das lachte ihn aus und schickte ihn wieder weg. Daraufhin ging der
Schnee zum Veilchen und bat es, ihm seine veilchenblaue Farbe zu geben. Aber auch
das Veilchen verlachte ihn und erfüllte seine Bitte nicht.
So ging der arme Schnee von Blume zu Blume, aber alle schickten ihn weg. Trotz
seiner Bitten wollte keine der Blumen ihm ihre Farbe geben. Als er schon aufgeben
wollte, traf der Schnee auf das Schneeglöckchen.
Als er ihm seine Geschichte erzählte, hatte das Schneeglöckchen Mitleid mit ihm und fragte, warum er eigentlich die Farbe von ihm wolle.
Damit alle mich endlich sehen und vom Regen unterscheiden können,
antwortete der Schnee. Da hatte das Schneeglöckchen ein Einsehen und gab dem
Schnee von seiner weißen Farbe.

Seit dieser Zeit macht der Schnee im Winter alles weiß. Die Blumen aber, die ihn so verspottet und abgewiesen hatten, die lässt er erfrieren. Nur das Schneeglöckchen,
das verschont er, bis heute …
Verfasser unbekannt

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