Grenzen setzen und mutig NEIN sagen,

wenn man etwas nicht will, ohne Angst vor

Konsequenzen zu haben.

So zu handeln zeugt von selbstverständlicher Selbstsicherheit. Von der Überzeugung:

Ich weiß, wer ich bin, und ich weiß, was ich bin. Ich weiß, was ich kann, und ich weiß,

was ich nicht kann, aber – noch lernen werde, weil – ich es will!

Alter Haselnussbaum, den Stamm nach oben ins Laub fotografiert, um die Stärke zu demonstrieren, an der großen Lauter im Lautertal - Schwäbische Alb
Stärke

Die meisten Kinder der früheren Generationen mussten bittere Erfahrungen machen, wenn sie sich gegen etwas wehrten, was sie nicht wollten. Zu der Zeit hatten Kinder zu gehorchen. Da wurde nicht diskutiert.

Sie haben auch als Erwachsene nicht gelernt, nein zu sagen, wenn sie nein meinten. Sie haben auch nicht gelernt, sich zu sagen:

»So bin ich eben!«

Das ist ein Satz, zu dem ganz schön viel Mut und Selbstbewusstsein gehören, wenn

man ihn so direkt ausspricht. Wenn, dann eher aus Trotz mit leicht aggressiver Tendenz.

Vielleicht erkennst auch du dich in der Geschichte, die ich hier kurz erzählen möchte.

Es ist eine immer wiederkehrende Erfahrung, die sehr unzufrieden macht.

Wer sagt eigentlich immer, was er denkt? Kaum jemand. Vielleicht wirst du jetzt

antworten:

»Ich schon!« – Sicher?

Du hast keine Bedenken, den anderen deine Bestimmtheit zu zeigen?

So gut, bleib dabei! Oftmals ist es bei uns Menschen doch so, dass man ja sagt und

»Nein« denkt. Und warum sagt man dann trotzdem ja, obwohl man etwas nicht tun möchte?

Weil die Befürchtung nicht zu gefallen, oder als unbequem zu gelten, aufkommt.

Oder weil man womöglich als notorischer Querulant eingestuft werden könnte. Weil

die Angst aus Kindertagen aufsteigt, nicht mehr liebgehabt zu werden. So einfach.

Ich vermute, das haben wir fast alle in unserer Kindheitserinnerung. Nein sagen, weil

man etwas nicht wollte, daraufhin harsche Worte zu hören – und dann – funktioniert

das Kind und das Ergebnis ist ein:

»Liebes, braves, gehorsames Kind.«

Und es bekommt einen Liebesbeweis, eine Belohnung.

So lernt das Kind schon sehr früh genau das zu tun, was Erwachsene wollen. Und

das Kind wird es im Laufe des Erwachsenwerdens perfektionieren: Ich werde geliebt,

wenn ich zu allem ja sage.

Macht schon nachdenklich, wenn man das liest, stimmts? Wenn auch beim ersten

Mal Lesen sicher gedacht wird – also bitte, ich reagiere nicht so. Ich sage immer,

was ich nicht möchte. Gut. Aber sagst du auch immer, was du möchtest? Wirklich?
Dann gratuliere ich dir: Du bist vorwärts gekommen und lebst deine Stärke,

deine innere Sicherheit.

Denn die Folge des ständigen Nein-denkens und Ja-sagens ist eine nagende innere Unzufriedenheit mit sich selbst und dem Leben an sich. Weil eben etwas anderes geschieht, als man sich erhofft, gewünscht oder erträumt hatte. Aber man kann das verändern, wenn man will.

Es braucht nur ein bisschen Mut.

Aktiviere dein Selbstbewusstsein, denn es gehört zu dir. Vielleicht ist es nur etwas versteckt. Hol es hervor, es wartet nur darauf, gefunden zu werden.

Und nun probierst du einfach beim nächsten Mal, nein zu sagen, wenn du etwas

nicht möchtest. Dann bist du zwar im Moment eben nicht die oder der Hilfsbereite,

von dem erwartet wird, dass er immer das macht, was man von ihm will. Sondern

du bist du selbst.

Nur, man sollte sein »Nein« nicht aggressiv oder zornig aussprechen.

Man könnte auch antworten: »Diesmal nicht, gerne ein andermal.« So ist ebenfalls

nein gesagt. Aber freundlich, mit einem Lächeln. Und dir geht es gut damit.

Dein Selbstbewusstsein wächst und deine Zufriedenheit mit dir und deinem Leben

auch. Und du merkst: Trotz Neinsagen mag man dich. Und vielleicht kommt ja auch Achtung und Respekt vor deinem: »Ich weiß, was ich will dazu.« Übe ein bisschen und

du wirst sehen, dein Leben wird um vieles reicher.

Weil du es dir wert bist!

Irgendwann wirst du sicher hören: »Toll, wie du immer so klar bist, so genau weißt

was du nicht willst und es auch aussprichst!« Und dann kannst du lächelnd antworten:

»So bin ich eben.«

Kommentar schreiben

Kommentare: 0